Räucherwerk räuchern mit dem Räucherstövchen

Beschreibung, Anleitung und Tipps

Viele Menschen kennen das Räuchern mit Räucherwerk, das auf eine glühende Kohle gelegt wird. Das ist auch das älteste Verfahren zum Räuchern. Ursprünglich entstammt es der Räucherung von Kräutern oder Harzen auf der Glut oder heißen Asche eines offenen Feuers.

Das Verfahren mit der glühenden Kohle ist auch heute noch weit verbreitet, sowohl im religiösen Bereich als auch im privaten zu Aromatherapie- oder Reinigungszwecken. Sein Vorteil ist, dass viel Rauch entsteht und so große Räume gefüllt werden können. Auch ist das glühend machen der Kohle und das Auflegen des Räucherguts ein Vorgang, der etwas Zeit benötigt und gerne zeremoniell genutzt wird. Allerdings ist die Hitze der Kohle sehr groß, ca. 400°C, so dass man etwas Wissen mitbringen muss, damit das Räucherwerk nicht verbrennt. Das bedeutet mit Räuchersand auf der Kohle umgehen und die richtige Anordnung von Kräutern auf oder um die Kohle.

Räucherstövchen mit Sieb

Ein in den letzten Jahren sich immer mehr verbreitendes Verfahren, ist die Benutzung eines Räucherstövchens mit Sieb. Abgeleitet aus der Verdampfung von Ölen oder Wachsen in einer Schale über einem Teelicht, wird für das Räuchern mit Teelicht eine höhere Temperatur benötigt. Deshalb der direktere Kontakt des Räucherguts über ein feinmaschiges Sieb. Die von uns über Temperaturmessungen ermittelte optimale Temperatur für Weihrauch auf einem Stövchen liegt bei ca. 120°C bis 140°C auf dem Sieb. Das Räuchern mit einem Räucherstövchen ist gegenüber Kohle sehr einfach, länger räuchernd und es erzeugt wesentlich weniger Rauch. Es ist also hervorragend geeignet als Aromatherapie und zum Genießen und um einen Raum wieder frisch zu energetisieren. So ist z. Bsp. unser weltbester, selbstimportierter Weihrauch Oman Al Hojari, mit seinem fein minzigen Duft ein Gedicht auf dem Räucherstövchen. Damit ist aber auch verbunden, dass es zum Ausräuchern und Reinigen aufgrund der geringeren Rauchentwicklung etwas weniger geeignet ist.

Bauformen

Die Formen, die es gibt, sind vielfältig, ebenso wie die Materialien. Keramik, Metall, Speckstein und Holz sind die am häufigsten verwendeten. Die Fa. Kirchen-Weihrauch importiert diese selbst aus Indien und China, oder lässt sie heimisch herstellen.
Neben Harzen, wie Weihrauch, Myrrhe, Salharz, Dammar, Styrax können auf so einem Räucherstövchen auch Kräutermischungen und Hölzer geräuchert werden. Die Größe des Siebes ist abhängig von der Menge des Räucherguts, dass Sie auflegen wollen und reicht meist von 6 cm bis 12,5 cm. Wir verwenden in der Regel von 8 bis 12,5. Die 6 cm sind doch ziemlich klein. Der Siebdurchmesser ist aber auch vom Gesamtdesign des Stövchens abhängig. Die Höhen der Stövchen haben einen entscheidenden Einfluss auf das Räucherergebnis, da es den Abstand zum Teelicht darstellt. Als optimal haben wir eine Höhe zwischen ca. 8 und 10 cm zwischen Teelichtboden und Sieb ermittelt. Das haben alle unsere Stövchen. Aber nicht nur die Höhe ist relevant. Auch die Luftzufuhr von der Seite und der umschlossene Raum des Stövchens hat entscheidenden Einfluss. Große Innenvolumina der Stövchen benötigen gute Teelichter, ebenso wie stark durchbrochenen Außenwände. Alle unsere Stövchen werden dahingehend vor Inverkehrbringung von uns getestet.

Hinweise und Tipps

Ich möchte Ihnen jetzt gerne ein paar Tipps und Hinweise aus unserer Praxis geben. Räuchern mit dem Räucherstövchen ist einerseits sehr einfach. Aber es erfordert trotzdem, dass man sich etwas damit beschäftigt und auch ausprobiert.

Jetzt habe ich eben schon die Güte der Teelichter angesprochen. Ein Thema mit dem wir uns viel beschäftigt haben. Leider ist es so, dass viele Teelichter zwar für Beleuchtung und Stimmung gut geeignet sind, aber zum Räuchern eher suboptimal ausfallen.

Man kann sich natürlich auf die Suche nach guten Teelichtern machen, wir möchten Ihnen aber hier zusätzlich ein paar andere Möglichkeiten an die Hand zu geben.

Teelichtqualität, Form und Höhe des Räucherstövchens, Arrangement auf dem Sieb und Art des Räucherguts lassen einige Möglichkeiten zu, ein optimales Räucherergebnis zu bekommen.

  1. Bei schwachen Teelichtern ist es wichtig das Räuchergut direkt in der Siebmitte, direkt über der Kerze aufzulegen. Am besten dicht zusammengelegt.
  2. Suchen Sie im Raum einen Platz, der vor Zugluft geschützt ist, damit die ganze Hitze der Kerze für das Räuchergut zur Verfügung steht.
  3. Kräutern und flüssig werdenden Harzen, kann es wiederum zu heiß werden. Dafür bieten wir eine hitzesenkende Metallscheibe an, die auf das Sieb gelegt wird. Alternativ geht auch Alufolie.
  4. Oder Sie nehmen das Räuchergut aus der Mitte des Siebes raus und arrangieren es am Rand des Siebes. Damit ist es dem direkten Kegel der Kerze entzogen.
  5. Wenn Sie Räuchermischungen haben, empfiehlt es sich zum Beispiel, den Weihrauch oder anderes Harz in die Mitte des Siebes zu geben und die Kräuter außen rum zu legen.
  6. Um schwache Teelichter näher an das Sieb zu bringen kann man ein leeres Teelicht umgedreht als Podest nehmen. Aber Achtung! Das ist etwas wackelig. Besser ist die Verwendung unseres extra dafür hergestellten Podests aus Mangoholz.
  7. Manchmal ist gerade die Mitte richtig. D.h. wir verwenden manchmal Podest und Metallscheibe zusammen, wenn es ohne Podest zu kühl und mit Podest zu heiß ist.
  8. Wir haben auch schon Bienenwachs Kerzen verwendet. Zusammen mit Metallscheibe zum Beispiel. Aber Achtung! Die sind sehr heiß. Bei Holzstövchen sind sie verboten.
  9. Stellen Sie das Räucherstövchen immer auf eine feuerfeste Unterlage. Erstens können sie heiß werden und man weiß nicht was beim Hantieren mit Räuchergut oder Wachs runterfällt.
  10. Lassen Sie es auch nie unbeaufsichtigt. Vor allem bei Kindern und Haustieren.

Reinigung

Jetzt noch Hinweise zum Reinigen. Das Sieb lässt sich zum täglichen Gebrauch einfach mit einer Messingbürste reinigen. Auch diese ist wie das Podest bei uns im Shop unter www.kirchen-weihrauch.de erhältlich. Es wird dadurch nicht wieder glänzend sauber, aber ausreichend bereit für das nächste Räuchern. Man darf ruhig sehen, dass es in Gebrauch ist.
Wenn es wieder einmal Zeit ist gründlicher gereinigt zu werden, legen Sie es in Speiseöl ein. Harze lösen sich in Öl, nicht in Wasser. Dann nehmen Sie das ölige Sieb und rubbeln am allerbesten mit der Messingbürste oder einem stumpfen Gegenstand, zum Beispiel einem Teelöffel. Damit erreichen Sie aber die Siebzwischenräume nicht. Danach das Öl mit Spülmittel, Spülbürste und Wasser abwaschen. Manche Kunden legen das Sieb auch in die Spülmaschine.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem sehr vielfältigen Thema Räuchern und viel Spaß beim Ausprobieren unserer Hinweise. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Birgit Adler, www.kirchen-weihrauch.de

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